Impression - Begegnung mit Tieren 1

In der Morgendämmerung radelte ich auf dem leeren Bürgersteig.

Eine Taube wurde aufgeschreckt und versuchte, dem Riesenmonster auf Rädern zu entfliehen.

Doch sie schaffte in ihrer Panik nicht, seitlich wegzufliegen, sondern flog weiter dem Bürgersteig entlang...

... direkt vor mir, unter meiner Augenhöhe. Mehrere Sekunden lang waren wir im selben Tempo.

Plötzlich kam es mir vor, als sei ich selbst eine Taube, die einer Artgenossin folgte. Ich sah ihre ausgebreiteten Flügel schlagen und schlug die meinigen kräftig mit; über sie hinweg sah ich aus meinen Taubenaugen den Weg und das grüne Gewölbe vorn; ich spürte die Luftströmung über und unter ihr und mir; ich hörte das Rauschen des Windes und atmete ihn wie berauscht in mich hinein.

Ich lachte auf; am liebsten würde ich vor Freude laut aufschreien - ich fliege!

Die arme hat ihren Fluchtweg endlich gefunden, der magische Moment war vorbei. Ich war wieder auf meinem Fahrrad. Der Tag und mein Herz hellten sich auf.